Mittwoch, 20. Januar 2010

21.12.2009_3.Tag Forrest

Heute liegt nicht so viel an. Wir waschen Wäsche und machen uns einen gemütlichen Vormittag. Jen und Pete gehen mittags zu einem Präventiv –Treffen wegen der Bush-Feuer. Die Bewohner bekommen   regelmäßig  Instruktionen wie sie sich im Fall eines Waldbrandes verhalten müssen. Wie sie ihr Hab und Gut schützen können und im Zweifelsfall zumindest sich selbst. Dies ist sehr wichtig, vor allem auch ziemlich akut. Vor einem Jahr, am 07.februar 2009 passierte was als Black Saturday in die Geschichte eingehen wird.  Mehr Menschen als jemals zuvor sind hier in Victoria am und um diesen Tag herum an Bushfeuern gestorben.. durch ein überraschendes  drehen des Windes hat sich die Feuerfront  in eine Richtung verschoben mit der niemand gerechnet hat und so hunderte von Menschen total unvorbereitet getroffen. Viele Menschen sind in ihren Häusern verbrannt weil sie zuhause mit vorgezogenen vorhängen  (es  war der heißeste Tag seit Aufzeichnung 1859 ) vorm Fernseher saßen und nicht mitbekommen haben das das Feuer sie bereits umzingelt hatte.
Jen und Pete haben uns eingebläut, dass wenn wir im Auto unterwegs sind, wir rund um die Uhr Radio hören sollen. So ein Feuer kann innerhalb von Minuten entstehen und die Richtung wechseln und die einzige Möglichkeit dies mitzubekommen ist immer das Radio anzulassen und sehr aufmerksam zu sein.
Ja. Das ganze Dorf nimmt also an dieser Maßnahme teil. Wir sind auch eingeladen, entschließen uns dann aber, da es unser letzter Tag  in Forrest ist, nochmal zu dem See zu gehen bei dem wir das letzte mal mit dem Fahrrad vorbeigekommen sind, da es heute warm genug ist zum schwimmen. Bzw ich will schwimmen. Also wandern wir noch ein bisschen durch den Wald, knipsen jede Menge Fotos und halten die Straße immer im Auge. Aufgrund meiner fiesen Schlangen-Erfahrung bin ich jetzt umso aufmerksamer und vorsichtiger..als wir am See ankommen nehm ich erstmal ein kühles Bad.. Das Wasser ist super angenehm. Chris will nicht schwimmen und da ziemlich nah am Ufer riesige Algenfelder sind und ich durch die Algen schwimmen müsste um auf den See rauszukommen, plansche ich nur am Rand auf und nieder. ist ja schon ein bisschen unangenehm so ganz alleine in einem  verlassenen Waldsee zu schwimmen und nicht zu sehen was unter einem ist. aber ich verlass mich einfach mal auf Jen und Pete, die sagen das es hier völlig ungefährlich ist..
Das Wasser ist großartig und mein erster Wasserkontakt seit 3 Tagen aufgrund fehlender Dusche bei Jen und Pete..Ja. da geht man dann halt auch mal alleine in einem  Algenbedeckten Waldsee schwimmen..



Dienstag, 19. Januar 2010

20.Dezember 09_2. Tag Forrest

Heute schlafen wir mal mehr oder weniger aus. Gemütlich Essen wir unser von Pete liebevoll gekochtes Porridge mit geriebenen Äpfeln, Tahini, jede Menge Macadamia-Nüsse und ein Honig. So kann man den Tag gut überleben. Nachdem wir auf dem Gelände rumgelaufen sind, ich ein bisschen mit meinem hier gekauften billig Wasserfarben für Kinder gemalt habe, fragt Pete uns ob wir Lust haben Downhill Biken zu gehen. äh. ja. Ich bekomme ein viel zu kleines Fahrrad ohne Gangschaltung bei dem ich die Beine die ganze zeit angewinkelt lassen muss. Es ist etwas anstrengend. Außerdem schwitzt man unter dem Helm gewaltig ( in Australien herrscht Helmpflicht ). Also los geht’s und schon nach dem ersten Berg bin ich total aus der Puste während die anderen beiden lässig neben mir herfahren. Soviel zu meiner Kondition. Als wir im Wald ankommen geht’s dann fast nur noch Bergab und ich fahre meinem Vormann fast ins Hinterrad, da war ich doch etwas zu schnell und die Bremse funktioniert nur mäßig gut. Aber es macht wirklich einen Heiden Spass. Irgendwann zeigt uns Pete den Stausee wo das Wasser abgefangen wird welches, wie er sagt, dringend in der Umgebung benötigt werden würde. Ein Stück  hinter dem Wasser-Auffang-Becken liegt ein kleiner See Quasi mitten im Wald. Da es heute verhältnismäßig Kalt ist, gehen wir nicht dort schwimmen. Ich merk mir aber schonmal wo sich der See befindet um das nächste mal dort baden zu können. Als wir auf dem Rückweg sind heize ich  mit  viel speed den Berg runter. Chris ist vor mir, Pete hinter mir. Auf einmal sehe ich  vor mir auf dem Weg eine  Große Schlange. Erst dachte ich es sei ein Stock. Ich habe dann schnell meine Füße Hochgezogen weil es zu spät zum Bremsen war und habe die Schlange um ein paar Zentimeter verpasst. Aus den Augenwinkeln hab ich noch gesehen wie die Schlange sich aufgerichtet hat und ihr kopf in Richtung meines Beines flog..uiuiui.. Pete hinter mir war glaub ich mehr geschockt als ich. Er hatte total Angst um mich und fragt immer wieder ob die Schlange mich erwischt habe und ob ich ok sei. Glücklicherweise habe ich dem Moment nicht gewusst wie Gefährlich die Situation war. Die Schlange war, wie Pete meinte, eine Tigerschlange                                                                                                              (http://74.125.153.132/search?q=cache:wV09_y8hHF8J:www.australianfauna.com/de_tigersnake.php+schlangen+australien+tiger&cd=1&hl=de&ct=clnk&client=firefox-a ) und ist, wenn man kein Gegengift zur Hand hat, tödlich.
Später meinten Pete und Jen das das schon ein großer Zufall sei, die meissten Menschen sehen in ihrem  ganzen Leben keine Schlange von so nah und ich fahr an meinem 10. Tag in Australien fast drüber..
Aber wie immer Glück im Unglück. Bin halt ein Sonntags-Kind..:)
Chris vor uns war natürlich noch besser. Er muss auch fast über die Riesen-Schlange gefahren sein und er hat es gar nicht mitbekommen. Auch nicht schlecht.


Als Jen später wiederkommt ( Sie war in Melbourne auf dem Markt ) bringt Sie Indisches Essen von unterwegs mit. Ultra Lecker, ohne Fleisch und vor allem ziemlich Günstig. Man muss hier wohl nur wissen wo man die Sachen bekommt, dann kann man auch hier in Australien günstig leben..
Als es dämmert überlegen Chris und ich uns nochmal ein bisschen herumzuspazieren und bekommen einen 1 A Sonnenuntergang mit den schönsten Farben und danach hell Leuchtendem Mond zu sehen.



19.Dezember 1.Tag Forrest/Apollo Bay

Früh Morgens kurz nach Sonnenaufgang geht’s dann los Richtung Apollo Bay
( http://de.wikipedia.org/wiki/Apollo_Bay ).
Wir müssen einige Meilen durch die durch den Bush geschlagene Straße fahren. Links und Rechts tiefster und dichtester Urwald. In Apollo Bay helfen wir Jen ihren Stand aufzubauen, sie verkauft Babyutensilien wie Badetücher mit Kapuze, Lätzchen usw und Bathcaps and Towelcaps für Erwachsene. Sie Färbt die Stoffe, bedruckt, designt und näht sie. Wirklich schöne Sachen und es scheint möglich zu sein davon zu Leben. Nachdem der Stand aufgebaut ist, gehen Chris und ich erstmal frühstücken. Da dies ein absoluter Touristen Ort ist sind die Cafes ziemlich teuer, was uns im Endeffekt dazu treibt in einen Fast-Food Laden mit Plastik-Stühlen zu gehen und uns dort ein Typisch Australisches Frühstück mit Bacon, Eggs and Sausages einzuverleiben. Der Vormittag verläuft ziemlich Ereignislos, wir wandern ein bisschen umher und schauen uns das kleine Örtchen und den weiten Sandstrand an. Dann wird’s auch schon wieder zeit zum Stand zurückzugehen, den Stand abzubauen und uns auf den Rückweg zu machen..



 




Wir gehen noch Fisch kaufen und dann zurück in den Wald. Auf dem Rückweg dürfen wir dann auch mal unsere Kameras auspacken, Jen hatte uns gebeten dies auf dem Hinweg nicht zu tun und nur die Aussicht zu genießen. Irgendwann biegen wir von der Straße ab und Jen fährt uns zu den Stevenson Falls. Super schön mitten im Urwald. Unglaublich alleine der Weg dahin.



 

Nach der Wanderung zum Wasserfall fahren wir schnell nach Hause, der Fisch wird warm und muss schnellstens zubereitet werden. Jen und Pete sind Vegetarier, trotzdem essen die beiden von Zeit zu Zeit Fisch. Nach dem Essen schauen wir noch etwas Video, eine Sitcom die ziemlich witzig ist, kann mich aber leider nicht mehr an den Namen erinnern. Werd Jen beizeiten nochmal fragen..Dann wie Gestern, früh Schlafen, nachts um vier aufwachen, aufs Klo, Sternenhimmel beschauen, über die Mücken ärgern und wieder ab ins Bettchen.